
Heute geht es an die Raumplanung. Ein Kleingarten hat begrenzte Maße, aber mit der richtigen Struktur wirkt er weitläufig, gemütlich und bietet Platz für die ganze Familie. Das Ziel: Den Garten so zu gliedern, dass er zum „erweiterten Wohnzimmer“ wird, ohne dabei den Charakter einer Kleingartenparzelle zu verlieren.
Zonierung: Räume schaffen ohne Wände
Ein Garten wirkt dann besonders einladend, wenn man nicht alles auf den ersten Blick sieht. Durch geschickte Aufteilung entstehen verschiedene „Gartenzimmer“:
- Der soziale Mittelpunkt: Die Terrasse an der Laube ist meist das Herzstück. Plant hier genug Platz für einen Esstisch ein. Markisen oder eine begrünte Pergola dienen als natürliches Dach und schaffen Geborgenheit.
- Sanfte Trennungen: Statt harter Zäune können Sie innerhalb des Gartens Beerensträucher oder halbhohe Staudenbeete nutzen, um den Spielbereich vom Gemüsebeet optisch zu trennen. Das erhält die Offenheit und erfüllt gleichzeitig die Vorgaben zur kleingärtnerischen Nutzung.
- Sichtachsen nutzen: Plant Wege nicht immer schnurgerade. Ein leicht geschwungener Weg oder eine geschickt platzierte Bank am Ende einer Sichtachse lassen auch kleine Parzellen tief und spannend wirken.
Outdoor-Living für die Familie: Komfort trifft Funktionalität
Damit der Garten wirklich zum Wohnzimmer wird, muss der Komfort stimmen. Im Kleingarten ist jedoch die Bodenversiegelung (Steinplatten) streng begrenzt.
- Durchlässige Beläge: Nutzt für Wege und Sitzplätze statt versiegelter Flächen lieber wasserdurchlässige Materialien wie Holzhackschnitzel, das schont das Mikroklima.
- Multifunktionale Möbel: In einem Familiengarten ist Platz wertvoll. Truhenbänke bieten Sitzgelegenheit und verstauen gleichzeitig Sandspielzeug oder Polster.
- Sicherheit im Blick: Achtet bei der Struktur darauf, dass potenziell gefährliche Bereiche (wie ein kleiner ökologischer Teich oder die Regentonne) gesichert sind, aber dennoch von der Hauptterrasse aus im Blickfeld liegen.
Die Laube als Rückzugsort integrieren
Die Gartenlaube ist im Kleingarten auf maximal 24 qm Grundfläche (inklusive überdachtem Freisitz) begrenzt.
- Außen und Innen verbinden: Gestaltet den Übergang von der Laube zur Terrasse fließend. Große Kübelpflanzen oder ein Kräuterregal direkt an der Wand lassen die Grenze zwischen „drinnen“ und „draußen“ verschwimmen.
- Stauraum nach oben: Da die Grundfläche begrenzt ist, nutzt die Wände der Laube für vertikale Gärten oder Werkzeughalterungen, um die Bodenfläche für die Familie frei zu halten.
Mein Tipp für die Planung:
Greift zu Papier und Stift (oder einer App) und zeichnet eure Parzelle maßstabsgetreu auf. Markiert zuerst die festen Elemente (Laube, Bestandsbäume) und verteilt dann die drei Drittel (Nutzen, Zierde, Erholung). So seht Ihr sofort, ob Eure Ideen mit der Drittel-Regelung harmonieren.
Bis zum nächsten Mal – Harmonische Grüße
Svenia