
Der Winter neigt sich dem Ende zu und die ersten wärmeren Tage locken uns wieder in den Garten. Das bedeutet, es ist die perfekte Zeit, um deinen Obstbäumen etwas Gutes zu tun. Ein fachgerechter Schnitt im späten Winter sorgt nicht nur für eine reiche Ernte im Sommer, sondern hält deine Bäume auch gesund und vital.
Stichtag für den großen Schnitt ist der 28. Februar 2026
Warum diese Eile? Ab dem 1. März beginnt die offizielle Vogelschutzzeit (geregelt im Bundesnaturschutzgesetz). Ab dann sind radikale Schnitte und das starke Einkürzen von Bäumen und Hecken verboten, um unsere gefiederten Freunde bei der Nistplatzsuche und der Brut nicht zu stören. Leichte Form- und Pflegeschnitte sind zwar weiterhin erlaubt, aber den Hauptschnitt deines Apfel- oder Birnbaums solltet Ihr jetzt im Februar erledigen.
Was sagt die Hamburger Kleingartenverordnung?
Wenn Ihr einen Garten in einem Hamburger Kleingartenverein habt, gibt es beim Thema Obstbäume ein paar wichtige Spielregeln, die für ein harmonisches Miteinander sorgen:
- Die Größe: Laut Gartenordnung sind in Hamburger Kleingärten vor allem Halbstämme, Buschbäume oder Spaliere erwünscht. Hochstämme (die riesig werden können) sind oft nicht zugelassen. Der Baum sollte so geschnitten werden, dass er gut beerntbar bleibt und dem Nachbarn nicht die Sonne klaut. Als Faustregel gilt meist eine maximale Wuchshöhe von etwa 3,5 bis 4 Metern.
- Grenzen respektieren: Achtet darauf, dass Äste nicht weit über die Grundstücksgrenze hängen. Mit einem cleveren Schnitt haltet Ihr den Baum kompakt in Eurem Garten.
- Pflegepflicht: Obstbäume müssen gepflegt werden, damit Krankheiten und Schädlinge sich nicht ungehindert in der Kolonie ausbreiten. Der Winterschnitt ist hierbei Eure beste Waffe!
Das richtige Wetter – Bitte frostfrei!
Bevor Ihr motiviert loslegt, werft noch einen kurzen Blick aufs Thermometer. Der perfekte Tag für den Baumschnitt ist trocken und mild. Schneidet Eure Bäume niemals bei Temperaturen unter -5 °C.
Bei starkem Frost ist das Holz extrem spröde. Die Äste können beim Schneiden splittern, die Wunden fransen aus und der Frost kann tief in die frischen Schnittstellen eindringen und das Gewebe nachhaltig schädigen. Wartet lieber auf einen Tag mit leichten Plusgraden oder maximal sehr leichtem Nachtfrost. Auch sollte es trocken sein, damit sich Pilzsporen nicht so leicht in den frischen Schnittwunden ansiedeln können.
So geht Ihr vor
Viele Gartenfreunde haben Angst, beim Schneiden etwas falsch zu machen. Aber keine Sorge – Bäume verzeihen viel, und gar nicht zu schneiden ist meistens schlimmer, als einen Ast zu viel zu entfernen.
Ziel des Schnitts ist es, Licht und Luft in die Krone zu bringen. Stellt Euch vor, Ihr werft einen Hut in den Baum – er sollte im besten Fall durch die Äste bis auf den Boden fallen können, ohne hängen zu bleiben. So trocknen die Blätter nach einem Regen schneller ab, was Pilzkrankheiten verhindert, und die Früchte bekommen genug Sonne zum Reifen.
Die 4 wichtigsten Schritte für den perfekten Schnitt:
- Das richtige Werkzeug: Nutzt unbedingt eine scharfe und saubere Gartenschere oder Astsäge. Stumpfe Klingen quetschen das Holz und machen den Baum anfällig für Krankheiten.
- Totholz und Krankes entfernen: Alles, was trocken, abgestorben oder krank aussieht, wird als Erstes komplett herausgeschnitten.
- Konkurrenz ausschalten: Wachsen Äste nach innen, reiben sie aneinander oder überkreuzen sich? Dann muss einer von beiden weichen. Auch die sogenannten „Wasserschosse“ (das sind die ganz geraden, dünnen Ruten, die steil nach oben schießen) schneidet Ihr direkt an der Basis ab.
- Auf den „Astring“ achten: Schneidet Äste niemals mitten durch, sodass lange Stummel („Kleiderhaken“) stehen bleiben. Setzt den Schnitt immer knapp über einem nach außen zeigenden Auge (Knospe) oder direkt an einer Abzweigung an. Lasst dabei den kleinen Wulst an der Basis des Astes – den sogenannten Astring – unverletzt, denn von dort aus überwallt der Baum die Wunde am besten.
Bild 1: Auslichten der Krone: Entfernung von steil nach oben wachsenden Wasserschoßern, nach innen wachsenden Ästen und sich kreuzenden oder reibenden Trieben.
Bild 2: Der korrekte Schnitt am Astring: Ein naher, leicht schräger Schnitt über einer nach außen zeigenden Knospe, ohne den Astkragen zu verletzen.
Bild 3: Vorher/Nachher-Prinzip: Ziel ist eine offene, luftige Krone (Oeschbergkrone oder Pyramidenkrone), damit Licht und Luft an die Früchte kommen und Pilzkrankheiten vorgebeugt wird.
Es gibt eine Ausnahme: Kernobst vs. Steinobst
Ein ganz wichtiger Hinweis zum Schluss: Diese Anleitung für den Winterschnitt im Februar gilt in erster Linie für Kernobst (wie Äpfel, Birnen und Quitten).
Habt Ihr eine Süßkirsche, eine Pflaume oder einen Pfirsichbaum (Steinobst) im Garten? Dann lasst die Schere jetzt besser noch liegen! Steinobst reagiert im Winter sehr empfindlich auf Schnitte, es droht Gummifluss und ein erhöhtes Risiko für Pilzinfektionen. Diese Bäume schneidet Ihr am besten erst im Sommer, direkt nach der Ernte. Dann verheilen die Wunden viel schneller.
Lasst Euch beim Schneiden deines Kernobstes Zeit und tretet zwischendurch immer mal wieder einen Schritt zurück, um den Baum im Ganzen zu betrachten.
Wohin mit dem ganzen Geäst? So nutzt du das Schnittgut nachhaltig
Wenn der Baum fertig geschnitten ist, liegt meist ein Berg an Ästen und Zweigen auf dem Rasen. Die gute Nachricht: In einem naturnahen Kleingarten ist das kein Müll, sondern ein absoluter Schatz! Anstatt alles mühsam zum Wertstoffhof zu fahren, könnt Ihr das Schnittgut direkt im Garten wunderbar wiederverwenden:
- Der Totholzhaufen – ein Fünf-Sterne-Hotel für Tiere: Sucht Euch eine ruhige Ecke im Garten und staplt die Äste dort einfach auf. Ein solcher Totholzhaufen ist ein Paradies für die heimische Tierwelt! Igel finden hier ein sicheres Versteck, Erdkröten einen feuchten Unterschlupf und unzählige Insekten (wie Wildbienen und Käfer) nutzen das Holz zur Eiablage. Für Vögel wie das Rotkehlchen oder den Zaunkönig wird der Haufen schnell zum absoluten Lieblingsplatz und Buffet.
- Eine Benjeshecke anlegen: Wenn Ihr viel Platz habt oder eine natürliche Grundstücksgrenze schaffen möchtet, könnt Ihr zwei Reihen dickerer Äste als Pfosten in den Boden schlagen und das restliche Schnittgut einfach dazwischen aufschichten. Diese sogenannte Benjeshecke (oder Totholzhecke) ist nicht nur ein toller Sichtschutz, sondern bietet genau wie der Totholzhaufen unzähligen Tieren Lebensraum. Mit der Zeit wachsen rankende Pflanzen wie Brombeeren oder wilde Clematis hindurch und machen die Hecke lebendig.
- Kostenlose Rankhilfen: Die geraden, langen „Wasserschosse“, die Ihr herausgeschnitten habt, sind viel zu schade zum Wegwerfen! Sie eignen sich im Frühjahr hervorragend als natürliche Rankhilfen für Erbsen, Bohnen oder Tomaten. Dickere Äste könnt Ihr prima nutzen, um rustikale Beetumrandungen zu basteln.

- Häckseln für Wege und Kompost: Wenn Ihr einen Häcksler habt, könnt Ihr die Äste zerkleinern. Das Häckselgut macht sich super als Belag für kleine Gartenwege zwischen den Beeten. Auch auf dem Kompost ist eine Schicht gehäckseltes Holz wertvoll, da es Struktur hineinbringt und für eine gute Durchlüftung sorgt. Ein Tipp: Unter Obstbäumen solltet Ihr das Häckselgut lieber nicht als Mulch verteilen, da frisches Holz dem Boden beim Verrotten Stickstoff entzieht, den der Baum zum Wachsen braucht.
- Für Grillmeister und Kaminbesitzer: Das Holz von Apfel- und Birnbäumen ist ein fantastisches Brennholz. Lass dickere Äste gut trocknen – sie geben später ein wunderbares Aroma ab, wenn du sie als Räucherholz (Smoker) beim Grillen verwendest!
Ein wichtiger Hinweis für Hamburger Kleingärten: Das Verbrennen von Gartenabfällen und Schnittgut ist auf den Parzellen strengstens verboten! Auch offene Feuerstellen für ein „gemütliches Lagerfeuer“ mit dem alten Holz sind in der Regel nicht gestattet. Mit den oben genannten Tipps tut Ihr der Natur ohnehin einen viel größeren Gefallen.
Harmonische Grüße
Svenia








etwas Schöneres als einen Spaziergang im Neuschnee. In solchen Augenblicken erinnere ich mich daran, wie herrlich es als Kind war, sich einfach rücklings in den Schnee zu werfen und Schnee-Engel zu machen. Einen Schneemann zu bauen, mit Freunden zu rodeln oder eine Schneeballschlacht anzuzetteln – das war pure Freude und Spaß.
Schnee ist nicht nur eine Wohltat für die Seele, sondern auch ein Segen für die Natur. Er fungiert als natürliche Isolierschicht. Unter der weißen Decke bleibt die Temperatur konstanter, was empfindliche Pflanzen und Wurzeln vor dem Austrocknen durch die eisigen Winde schützt. Zudem ist Schnee ein idealer Feuchtigkeitsspeicher.
