
Wer kennt es nicht? Im Frühjahr platzt die Fensterbank aus allen Nähten, weil unzählige kleine Plastiktöpfe Platz beanspruchen. Eine innovative Lösung für dieses Problem ist die Roll-Aufzucht. Mit minimalem Materialaufwand lassen sich so dutzende Setzlinge auf engstem Raum heranziehen.
Was du dafür brauchst
- Stabile Plastikfolie oder eine aufgeschnittene Tüte
- Anzuchterde
- Samen
- Klarsichtfolie
- Gummibänder oder Klebeband zum Fixieren
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Die Basis vorbereiten: Zuerst schneidest du eine Plastiktüte oder eine Folie in lange Streifen mit einer Breite (Höhe) von etwa 10 cm. Damit die Erde später nicht unten herausrutscht und oben stabil bleibt, knickst du die oberen und unteren Ränder des Streifens leicht ein (ca. 0,5 bis 1 cm).
2. Erde auftragen und rollen:

Verteile nun eine ganz dünne Schicht Erde gleichmäßig auf dem vorbereiteten Streifen. Die Schicht sollte gerade so dick sein, dass die Wurzeln später Halt finden, aber dünn genug, damit die Rolle handlich bleibt. Nun wird der Streifen vorsichtig wie eine Biskuitrolle aufgerollt. Fixiere die Rolle am Ende mit einem Gummi.

3. Aussaat und Feuchtigkeit: Stelle die Rolle aufrecht hin. In die obere Öffnung legst du nun die Samen in die Erde. Befeuchte die Erde vorsichtig (am besten mit einer Sprühflasche).

4. Das Mini-Gewächshaus: Um ein ideales Mikroklima zu schaffen, wird der obere Bereich der Rolle mit Klarsichtfolie abgedeckt. Dies speichert die Feuchtigkeit und Wärme, was die Keimung massiv beschleunigt.
Warum diese Methode funktioniert
Durch das Rollen entsteht ein vertikaler Raum, in dem sich die Wurzeln tief nach unten ausbreiten können, ohne sich mit den Nachbarpflanzen zu verheddern. Sobald die Pflanze groß genug ist, lässt sich die Rolle einfach „entrollen“, und der Setzling kann ohne Wurzelschaden direkt in die Erde gesetzt werden.
Tipp: Achte darauf, die Klarsichtfolie regelmäßig kurz zu lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden, sobald die ersten grünen Spitzen zu sehen sind.
Paprika und Chili in der Rolle
Paprika und Chilis sind die perfekten Kandidaten für die Roll-Methode. Warum? Sie brauchen viel Zeit zur Entwicklung (Aussaat oft schon im Februar) und hassen „kalte Füße“.
Die Pflege in der Keimphase
Da Chilis bei Temperaturen um die 25–28 °C am besten keimen, ist die Klarsichtfolie dein wichtigster Verbündeter.
- Gießen: Nutze zum Nachfeuchten immer zimmerwarmes Wasser. Durch die Rolle bleibt die Feuchtigkeit lange gespeichert, also Vorsicht vor Staunässe!
- Licht: Sobald sich das erste Grün (die Keimblätter) zeigt, muss die Klarsichtfolie runter und die Rolle an den hellsten Platz (Südfenster oder unter eine Pflanzenlampe).
- Wurzelcheck: Der Clou an der 10-cm-Rolle ist, dass du nach einigen Wochen unten an der Rolle nachsehen kannst, ob die weißen Wurzelspitzen schon herausschauen.
Wann ist es Zeit für den Auszug?
Chilis und Paprika bleiben in der Regel so lange in der Rolle, bis sie das zweite oder dritte echte Blattpaar gebildet haben (nach den Keimblättern). Meistens ist das nach etwa 6 bis 10 Wochen der Fall.
Ab ins Gewächshaus: Das Auspflanzen
Der große Vorteil der Roll-Methode zeigt sich beim Umzug ins Gewächshaus. Da Chilis sehr empfindliche Wurzeln haben, ist das „Entrollen“ viel schonender als das Herausschütteln aus einem Plastiktopf.
Der Ablauf:
- Abhärten: Bevor sie fest einziehen, stelle die Rollen tagsüber für einige Stunden nach draußen (in den Schatten), damit sich die Pflanzen an den Wind und die UV-Strahlung gewöhnen.
- Vorbereitung: Grabe im Gewächshaus ein Loch, das tief genug für den gesamten Erdballen der Rolle ist.
- Das Entrollen: Entferne den Gummi oder das Klebeband. Lege die Rolle flach auf den Boden oder direkt ans Pflanzloch und wickle die Folie vorsichtig ab.
- Einsetzen: Der gesamte Erdstreifen mit der Pflanze wird nun senkrecht ins Loch gesetzt.Tipp: Paprika und Chili kannst du ruhig ein Stück tiefer einpflanzen, als sie in der Rolle standen (bis knapp unter die Keimblätter). Das regt die Bildung von Seitenwurzeln an und macht die Pflanze standfester.
- Angießen: Drücke die Erde fest und gieße großzügig an.
Ein klarer Vorteil:
Da die Wurzeln beim Entrollen nicht abgerissen oder gestaucht werden, haben die Pflanzen keinen Umpflanzschock. Sie wachsen im Gewächshaus sofort weiter, was dir einen Vorsprung von etwa 1–2 Wochen bei der Ernte verschafft.
Viel Erfolg beim Ausprobieren!
Harmonische Grüße
Svenia



etwas Schöneres als einen Spaziergang im Neuschnee. In solchen Augenblicken erinnere ich mich daran, wie herrlich es als Kind war, sich einfach rücklings in den Schnee zu werfen und Schnee-Engel zu machen. Einen Schneemann zu bauen, mit Freunden zu rodeln oder eine Schneeballschlacht anzuzetteln – das war pure Freude und Spaß.
Schnee ist nicht nur eine Wohltat für die Seele, sondern auch ein Segen für die Natur. Er fungiert als natürliche Isolierschicht. Unter der weißen Decke bleibt die Temperatur konstanter, was empfindliche Pflanzen und Wurzeln vor dem Austrocknen durch die eisigen Winde schützt. Zudem ist Schnee ein idealer Feuchtigkeitsspeicher.


