
Im letzten Schritt der Gartenplanung geht es darum, Leben in ein Layout zu bringen. Ein moderner Kleingarten muss heute zwei große Herausforderungen meistern: Er soll die vorgeschriebene Ernte liefern (kleingärtnerische Nutzung) und gleichzeitig mit immer heißeren, trockeneren Sommern klarkommen. So plant Ihr nachhaltig und ressourcenschonend.
Anbau nach Vorschrift: Die moderne Interpretation
Die Pflicht zum Anbau von Obst und Gemüse (die „kleingärtnerische Nutzung“) ist kein Hindernis, sondern eine Chance für frische Bio-Qualität direkt vor der Haustür. Für Familien eignen sich besonders:
- Naschgarten statt mühsamer Äcker: Pflanzt Beerensträucher (Johannisbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren). Diese zählen zum Nutzpflanzen-Anteil, sind pflegeleicht und bei Kindern heiß begehrt.
- Hochbeete: Sie sind rückenschonend, begrenzen den Unkrautwuchs und erfüllen die Anbau-Quote auf ästhetische Weise. Zudem lassen sie sich wunderbar als Raumtrenner einsetzen.
- Obstbäume auf schwachwüchsigen Unterlagen: In Kleingärten sind riesige Apfelbäume oft nicht erlaubt. Wählt Spindel- oder Säulenobst – das spart Platz, ist leichter zu ernten und liefert dennoch hohen Ertrag.
Klima-Resilienz: Den Garten wetterfest machen
Der Klimawandel stellt uns vor neue Aufgaben. Ein „klimaresilienter“ Garten benötigt weniger Pflege und übersteht auch Hitzeperioden ohne tägliches stundenlanges Gießen.
- Trockenheitskünstler wählen: Setzt im Ziergarten-Anteil auf Stauden wie Steppensalbei, Fetthenne oder Lavendel. Diese lieben die Sonne und benötigen kaum Zusatzwasser.
- Schattenspender planen: Ein Hausbaum (z. B. ein Birnen oder ein Apfelbaum) senkt die Temperatur im Garten spürbar und schützt die Kinder beim Spielen vor UV-Strahlung.
- Der Boden als Wasserspeicher: Humusreicher Boden speichert Wasser wie ein Schwamm. Regelmäßiges Kompostieren führt dem Garten Nährstoffe zurück und verbessert die Bodenstruktur.
Ressourcenschonung: Wasser ist kostbar
Gerade in Kleingartenanlagen ist Wasser oft ein Thema. Effizienz ist hier das Zauberwort:
- Mulchen: Bedeckt offene Bodenflächen unter Sträuchern und in Beeten mit Rasenschnitt oder Rindenmulch. Das verhindert die Verdunstung und unterdrückt Unkraut.
- Regenwassernutzung: Installiert an der Laube ein effizientes System aus Regentonnen. Regenwasser ist kalkfrei und ideal für die meisten Pflanzen – und es kostet nichts.
- Gezielte Bewässerung: Gießt lieber seltener, aber dafür durchdringend in den frühen Morgenstunden. Das fördert tiefgehende Wurzeln, die die Pflanzen unabhängiger von kurzen Trockenphasen machen.
Mit dieser dreiteiligen Planung verwandelt sich eine einfache Parzelle in ein lebendiges Ökosystem und ein zweites Zuhause für Eure Familie. Wenn Ihr die Drittel-Regelung als hilfreiches Grundgerüst statt als starre Regel begreift und auf klimafreundliche Pflanzen setzt, schafft Ihr einen Ort, der Euch über Jahrzehnte Freude bereitet.
Harmonische Grüße
Svenia